
Ohne Klimaanlage: Zug in der Prignitz gestrandet

Wie die Nachrichtenagentur dpa und der Sender rbb melden, kam es am Samstagabend zu einem gefährlichen Zwischenfall auf einer Brandenburger Bahnstrecke. Der Vorfall ereignete sich, nachdem aufgrund eines Sturms ein Baum auf eine Oberleitung gefallen war und die Stromversorgung unterbrochen hatte. Als Erstes hatte die Regionalzeitung Märkische Allgemeine über die Zughavarie berichtet.
Der Zug der tschechischen Bahn ČD České dráhy, der von Hamburg Richtung Prag unterwegs war, blieb ohne Fahrstrom in der brandenburgischen Prignitz liegen. Da auch die Klimaanlage ausfiel, herrschten in dem vollbesetzten Zug bald Temperaturen von bis zu 50 Grad. Für die rund 630 Passagiere wurde es bei dieser Hitze schnell gefährlich.

Deshalb musste die Feuerwehr eingreifen. Sie brachte besonders gefährdete Personengruppen wie Schwangere, Kinder und ältere Menschen als erstes in Sicherheit. Um zu den Menschen zu gelangen, mussten die Einsatzkräfte erst einmal die durch den Stromausfall verschlossenen Türen öffnen und Bäume aus dem Weg sägen. An dem Einsatz beteiligt waren rund 50 Feuerwehrleute sowie Notärzte, das Notfallteam der Deutschen Bahn, das Deutsche Rote Kreuz und die Bundespolizei.
Die Helfer versorgten die Menschen, die zunächst im Zug verbleiben mussten, mit Getränken. Kreisbrandmeister Christian Reisinger stellte gegenüber der Märkischen den Zugreisenden ein positives Zeugnis aus: "Die Passagiere haben das auch gut gemacht und waren stets kooperativ." Insgesamt ging die Angelegenheit glimpflich aus: Lediglich drei Personen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus.
Aber auch für die restlichen Passagiere war die Reise zunächst zu Ende. Als Notunterkunft fungierte die Sporthalle in Karstädt. Erst am Sonntagmorgen konnte es weitergehen, zunächst nach Berlin. Die Deutsche Bahn hatte für die Gestrandeten außerplanmäßig zwei ICE in der Gemeinde halten lassen.
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