
Staatschefs von Nordirland, Schottland und Wales planen Exit aus Großbritannien

Die Regierungschefs von Schottland, Wales und Ulster wollen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen, in der sie London auffordern, ihnen das Recht einzuräumen, Referenden über den Austritt aus dem Vereinigten Königreich abzuhalten, schreibt die Zeitung The Sunday Telegraph.

Das Blatt bezeichnet das für den 14. September in Cardiff geplante Treffen als beispiellos und vermerkt, dass diese Vereinbarung "darauf angelegt ist, das Vereinigte Königreich zu sprengen". Das Memorandum soll vier Bereiche abdecken – Wirtschaft, Energie, die Beziehungen zu Europa und der internationalen Gemeinschaft sowie das Recht auf Selbstbestimmung. Darin soll zudem festgehalten werden, dass alle derzeitigen administrativ-politischen Teile Großbritanniens die Möglichkeit haben sollen, Teil der EU zu werden. Nordirland könnte sich dabei sogar der Republik Irland anschließen. Am Ende könnte damit die Auflösung des Vereinigten Königreichs stehen.
Schottlands Erster Minister John Swinney sagte dazu:
"Zum ersten Mal überhaupt werden Schottland, Wales und Nordirland von prounabhängigen Premierministern geführt. Es könnte kein klareres Zeichen dafür geben, dass der Status quo nicht nachhaltig ist – und sich Westminster auf eine Zukunft nach dem Vereinigten Königreich vorbereiten muss."
Auch US-Präsident Donald Trump erklärte bei seinem Besuch in Dublin, er würde ein vereintes Irland "liebend gern" sehen. Und legte nach: "So wie ich das sehe, wird es irgendwann passieren. Es kann genauso gut jetzt passieren." Für den neuen Premierminister Andy Burnham kommen diese Entwicklungen zur Unzeit. Zunächst hatte er angedeutet, ein schottisches Referendum könne bei einem "klaren Konsens" möglich sein. Nun rudert er zurück. In einem Brief an Swinney erklärte er, es gebe "keinen Konsens für ein Unabhängigkeitsreferendum in Schottland, und es gibt auch keine klare Grundlage, um zu behaupten, dass sich die Mehrheit der Menschen in Nordirland derzeit vom Vereinigten Königreich trennen möchte".
Schottland-Chef Swinney bezeichnet die Dynamik der Unabhängigkeitsbewegung als "unbestreitbar" und kontert London damit, dass Burnham "als letzter Premierminister des Vereinigten Königreichs in die Geschichte eingehen" könnte.
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